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Inhaltsverzeichnis
- Über das Prüftool
- Konfigurationen
- Grundsätzlicher Ablauf einer Prüfung
- Verwendung
- Build-Anweisungen
- Konfiguration des Prüftools
- Qualitätssicherung
Über das Prüftool
In seiner 23. Sitzung hat der IT-Planungsrat mit Beschluss 2017/22 (6a) die Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) im Rahmen des Betriebs des Standards XRechnung mit der dauerhaften„…Bereitstellung eines Moduls zur Konformitätsprüfung elektronischer Rechnungen als offene Referenzimplementierung sowie …“ aller zugehöriger Artefakte beauftragt. Im Rahmen dieser Beauftragung wurde die hier bereitgestellte Software "Prüftool" entwickelt und (vor-) konfiguriert.
Das Prüftool ist ein Programm, welches XML-Dateien (Dokumente) in Abhängigkeit von ihren Dokumenttypen gegen verschiedene Validierungsregeln (XML Schema und Schematron) prüft und das Ergebnis zu einem Konformitätsbericht (Konformitätsstatus valid oder invalid) mit einer Empfehlung zur Weiterverarbeitung (accept) oder Ablehnung (reject) aggregiert. Mittels Konfiguration kann bestimmt werden, welche der Konformitätsregeln durch ein Dokument, das zur Weiterverarbeitung empfohlen (accept) wird, verletzt sein dürfen.
Das Prüftool selbst ist fachunabhängig und kennt keine spezifischen Dokumentinhalte noch Validierungsregeln. Diese werden im Rahmen einer Prüftool-Konfiguration definiert, welche zur Anwendung des Prüftools erforderlich ist.
Konfigurationen
Fach- bzw. Standardspezifische Prüfkonfigurationen sind in eigene Module bzw. Repositories ausgelagert.
Prüfkonfiguration XRechnung
Eine eigenständige Konfiguration für den Standard XRechnung wird ebenfalls auf GitHub bereitgestellt (Releases). Diese enthält alle notwendigen Ressourcen zu der Norm EN16931 (XML-Schema und [Schematron Regeln] (https://github.com/CenPC434/validation) u.a.) und die XRechnung Schematron Regeln in ihren aktuellen Versionen.
Der geregelte Betrieb dieser Konfiguration wird im Rahmen des Betriebs des Standards XRechnung erfolgen.
Prüfkonfiguration XGewerbeanzeige
Eine eigenständige Konfiguration für den Standard XGewerbeanzeige wird ebenfalls auf GitHub bereitgestellt (Releases).
Der geregelte Betrieb dieser Konfiguration wird im Rahmen des Betriebs des Standards XGewerbeanzeige erfolgen.
Verwendung
Das Prüftool steht in zwei Varianten zur Verfügung:
- als Standalone-Version, die von der Kommandozeile aus aufgerufen werden kann
- als Bibliothek, die in eigene Anwendungen integriert werden kann
Voraussetzungen
Zur Ausführung und zum Durchführen des Maven-Builds wird Java 8 Update 111 oder höher benötigt.
Verwendung als Standalone-Anwendung
java -jar validationtool-<version>-standalone.jar -s <scenario-config-file> [OPTIONS] [FILE] [FILE] [FILE] ...
Eine Liste der möglichen Optionen kann mit den Schalter --help angezeigt werden.
Aufruf, um die mitgelieferten Test-Dokumente zu validieren und dabei neben den XML-Prüfberichten auch die eingebetteten HTML-Dokumente als eingeständige Dateien auszugeben:
unzip validationtool-dist-<version>-standalone.zip
unzip validator-configuration-xrechnung_<xrechnung-version>_<release-datum>.zip
java -jar validationtool-<version>-standalone.jar -s scenarios.xml -o test/reports -h test/instances/*.xml
Der Aufruf erzeugt im Verzeichnis test/reports für jede validierte Eingabedatei einen gleichnamige [Prüfbericht]-Datei. Eine Übersicht über die Eigenschaften der Testdateien in /validator-configuration-xrechnung/src/test/instances findet sich in /validator-configuration-xrechnung/src/test/instances/assertions.xlsx.
Verwendung des Daemon-Mode
Das Prüftool stellt auch eine HTTP-Schnittstelle bereit, über die die Funktionalität angesprochen werden kann. Dazu wird die Anwendung im Daemon-Mode gestartet:
java -jar validationtool-<version>-standalone.jar -s <scenario-config-file> -D
In der Default-Konfiguration stellt dieser Aufruf einen HTTP-Server unter localhost und Port 8080 bereit.
Host und Port lassen sich anpassen:
java -jar validationtool-<version>-standalone.jar -s <scenario-config-file> -D -H 192.168.1.x -P 8081
Im Daemon-Mode nimmt der HTTP-Server POST-Anfragen unter / entgegen, verarbeitet den darüber bereitgestellten Prüfling und gibt das Ergebnis-Dokument als Antwort zurück.
Zur Integration in Monitoring-Systeme wird eine Health-Check angeboten. Dieser ist über einen GET-Request unter /health erreichbar.
Build-Anweisungen
Das Projekt wird mit Apache Maven gebaut.
Mittels mvn install werden im Unterverzeichnis dist zwei Pakete gebaut:
-
die Standalone-Distribution enthält das Uber-Jar mit allen Klassen zur Verarbeitung von Eingaben aus der Kommandozeile, sowie für Ausgabeoptionen für Ergebnisse. Sämtliche Abhängigkeiten sind im Jar gebundlet und das Jar-File ist 'ausführbar'.
-
die Full-Distribution enthält darüber sämtlichen weiteren Varianten des
validationtoolssowie die benötigten Abhängigkeiten.
Qualitätssicherung
Umgesetzte QS-Maßnahmen
Automatische Unit-Tests (Java-Code)
- Die korrekte Funktionsweise des Prüftools wird durch mehr als 60 Unit-Test überprüft.
- Die Unit-Tests sind Teil des bereitgestellten Codes und werden durch den Maven-Build automatisch ausgeführt.
- Die Unit-Tests decken alle grundsätzlichen Funktionen des Prüftools ab. Daneben wird das korrekte Verhalten der Anwendung bei verschiedenen Fehleingaben überprüft und nachgewiesen.
- Die Testabdeckung (Coverage) liegt derzeit bei ca. 85% des Java-Codes. Diese Abdeckung wird mittels der Bibliothek jacoco automatisch ermittelt und zeigt, dass alle wesentlichen Funktionen durch Tests überprüft werden. Die verbleibenden 15% lassen sich fast ausschließlich auf Fehlerbedingungen (Exceptions) zurückführen, die in der Praxis auch bei Fehleingaben nicht auftreten können und entsprechend durch keine Unit-Tests durchlaufen werden.
Automatische Code-Analyse (Java-Code)
- Der Quellcode wird dauerhaft und automatisch durch das weit verbreitete System Sonar zur statischen Code-Analyse geprüft.
- Das Prüftool wird von Sonar mit aktuell ca 1.800 Zeilen Quellcode als klein (S) eingestuft.
- Es existieren aktuelle 7 "Code Smells" und 3 "False Positives".
- Sämtliche „Code Smells“ sind auf nicht abgetestete Bedingungen (siehe oben) zurückzuführen.
- Ein Beispiel für ein "False Positive" ist "Illegale Ausgabe auf STDout", was jedoch eine konkrete Anforderung an das Prüftool ist.
- In den Aspekten "Reliability", "Security" und "Maintainability" wird der Quellcode jeweils mit dem bestmöglichen Rating "A" bewertet.
Berücksichtigung von Best Practices für XML-Security
- Es wurden explizit Best Practices für die sichere XML-Verarbeitung mit Java (XML, XML Schema, XSLT) berücksichtigt, um beispielsweise XXE (XML eXternal Entity) Attacken und allgemein externe Referenzierungen (Entities, XIncludes) auzuschließen.
End-to-End-Testsuite für die Prüftool-Konfiguration XRechnung
- Um die korrekte Funktion der Prüftool-Konfiguration XRechnung zu testen, wurde eine Suite aus 10 Testdokumenten und insgesamt 310 prüfbaren Aussagen (Assertions) über die resultierenden Prüfberichte erstellt.
- Durch diese Testsuite werden, ausgehend von dem Prüfbericht-Schemas alle möglichen Optionen und Auswahlmöglichkeiten mindestens je einmal positiv und einmal negativ getestet.
- Diese Zusicherungen können vom Prüftool selbst mittels des Schalter
--implemenation-assertionsautomatisch geprüft werden. - Zudem wird die Integrität aller erstellten Prüfberichte automatisch gegen das Schema (XML Schema und Schematron-Regeln) des Prüfberichts getestet.
- Für weitere Details siehe xrechnung/test/readme.txt.
Noch nicht umgesetzte QS-Maßnahmen
Internes Security-Audit (Java-Code)
Ein abschließendes Security Audit durch den Dienstleister läuft noch und wird voraussichtlich in der KW40 abgeschlossen sein.
Fachlicher Test der Prüftool-Konfiguration XRechnung
Die Korrektheit der in der Prüftool-Konfiguration XRechnung enthaltenen Schematron-Dateien bzw. der aus ihnen erstellten XSLT-Kompilate wurde noch nicht systematisch geprüft, da weder die Schematron-Dateien der EN16931 noch die Schematron-Dateien des Standards XRechnung in finalen Fassungen vorlagen.